Die Biologie

Die Mistel ist eine faszinierende Pflanze, die seit Jahrhunderten in Mythen und Sagen (Asterix!) eine Rolle spielt. Biologisch betrachtet ist sie ein Halb-Parasit.

Was bedeutet Halb-Parasit?

  • Grün = Fotosynthese: Die Mistel hat grüne Blätter. Sie kann also Sonnenlicht nutzen, um Zucker (Energie) selbst herzustellen.
  • Wurzeln im Holz: Ihre Wurzeln (Haustorien) bohren sich tief in den Ast des Wirtsbaumes.
  • Wasser-Dieb: Sie zapft die Leitungsbahnen des Baumes an, um Wasser und Mineralstoffe zu stehlen.

Lebensweise

Die Mistel wächst langsam, aber stetig. Sie bildet kugelförmige Büsche, die im Winter weithin sichtbar sind, wenn die Bäume ihr Laub verloren haben.

  • Weibliche Pflanzen: Tragen die weißen Beeren.
  • Männliche Pflanzen: Tragen Pollen, aber keine Beeren.
  • Blütezeit: Februar bis April (wichtige erste Nahrungsquelle für Bienen!).

Die Verbreitung

Die Mistel hat keine Beine, sie lässt sich tragen.

  • Der Mistel-Taxi-Dienst: Vögel wie die Misteldrossel oder die Mönchsgrasmücke fressen die weißen Beeren im Winter.
  • Klebstoff inklusive: Die Samen sind von einer extrem klebrigen Masse umgeben (“Viscin”).
  • Die Landung:
    • Die Misteldrossel scheidet den Samen unverdaut wieder aus. Landet der Kot auf einem Ast, klebt der Samen fest.
    • Die Mönchsgrasmücke pickt nur das Fruchtfleisch und wischt den klebrigen Samen am Ast ab (“Schnabel-Wetz-Methode”).
  • Keimung: Einmal festgeklebt, beginnt der Samen zu keimen und bohrt sich durch die Rinde in das Holz des Baumes. Dies kann bis zu einem Jahr dauern, bevor das erste Blatt sichtbar wird.